2014
Carmela de Feo begeisterte im Postsaal
Künstlerin erhielt Kom(m)Postler-Vilslaus als Auszeichnung 

Noch ist das Saallicht an, schon jubelte das Publikum. Im direkten Kontakt mit den Zuschauern machte Carmela de Feo von Beginn an deutlich, in welche Richtung ihr drittes Soloprogramm „Träume und Tabletten“ gehen würde.



An der Ehe und vor allem an dem Mann ließ La Signora zur Freude des Publikums kein gutes Haar. Das Ruhrpott-Vollweib mit italienischen Wurzeln, einem schrecklich-schönen Haarnetz, dem schwarzen knöchellangen Rock und einem unverwechselbaren Schönheitsfleck auf der Wange zog bei ihrem Auftritt im sehr gut besuchten Postsaal alle Register ihres Könnens - das der Kabarettistin, der Musikerin, der Sängerin sowie der Tänzerin. Die Themen „Männer und Frauen“ zogen sich wie ein roter Faden durch ihr Programm. Insbesondere der Mann bekam dann eins ums andere Mal einen „übergebraten“ - jene im Publikum nicht ausgespart. Ihren besonderen Sinn für Spontaneität stellte die Künstlerin bei einem Zwischenfall an Tisch 15 (ein Glas fiel um) unter Beweis. Es wurde im Nu eine improvisierte Programmnummer der RuhrGebieterin daraus. Die Kabarettbesucher waren in bester Stimmung.
Der Auftritt von Carmela de Feo wurde garniert mit umwerfenden Liedbeiträgen, unter anderem „Schwarze Nudeln aus Verseh´n“, bei denen sie sich selbst gekonnt auf dem Akkordeon begleitete, sowie irrwitzigen und schrägen Tanzeinlagen.
Ein Highlight des Abends war der grandiose Dialog mit dem Herrgott über dessen Fehler bei der Erschaffung der Welt, insbesondere über die Erschaffung von Mann und Frau. In ihrer eigenen Version der Schöpfungsgeschichte erschien das Paradies als Blaupause von „Sex and the City“, denn eigentlich seien nur Frau(en) wichtig gewesen. Der liebe Gott hat den Mann dann aus den (Apfel-)Resten erschaffen.
Der frenetische Beifall zum Ende einer tollen Vorstellung bescherte den Besuchern noch zwei musikalische Zugaben, in denen die temperamentvolle Künstlerin erneut den Facettenreichtum ihres Könnens offenbarte.
Die zauberhafte Veranstaltung rundete die Verleihung der „Vilslaus“, Kabarettpreis der Kom(m)Postler, an Carmela de Feo, ab, wobei die Überreichung von Preis und Geschenk durch die Vorstände J. Berger und A. Wenzl von Carmela de Feo mit Spontanaktionen zur Freude des Publikums ausgeschmückt wurde.




 
Gastspiel von Mike Supancic am 8. Mai 2014 um 20.00 Uhr mit dem Programm "Auslese"
 

Die Kom(m)Postler hatten Mike Supancic zu einem Gastspiel nach Frontenhausen eingeladen und damit ein „gutes Händchen“.


Gitarrenvirtuose und Stimmenimitator: Mike Supancic zu Gast in Frontenhausen.

Nach der bewährt pointierten Begrüßung durch Ehrenvorstand Wolfgang Trende sang Mike Supancic sein Eingangslied „Mike is in town“ und sofort wurde die Mischung deutlich: skurrile Ideen, hervorragende Stimme und geniale Finger auf den Gitarrensaiten. Kritisch, höhnisch, boshaft und vergnüglich folgten Lieder über „rassistische Waffennarren“, das „Jazzkonzert“, die „Russen in Hinterglemm“, die glauben, mit Geld könnten sie sich alles erlauben, der chillige „Lagerhaus-Reggae“ sowie „muslimische Heurigenlieder“. Das „Stronach-Musical“ hatte ein etwas zu starkes österreichisches Lokalkolorit, denn wer in Bayern kennt schon Frank Stronach.


Kleines Extra-Konzert in der Garderobe.

Im zweiten Teil nahm der Musikkabarettabend so richtig Fahrt auf. „ÖBB-Train“ samt der legendären Reise im Liegewagen mit DJ Ötzi, Grönemeyer und Armin Assinger sorgten für eine sehr vergnügliche Stimmung im Postsaal, die sich noch steigerte, als Mike Supancic von früher erzählte, als er in Wiens Fußgängerzone Rolling Stones Hits zum Besten gab als Mick Jagger - und dies ohne Englischkenntnisse.
Bei den Couplets für „Kranke auf der Intensivstation“ legte der Künstler die Wunde auf das Krankensystem. Es gab auch ein Wiederhören mit Elvis Presley, inklusive den Schreikrämpfen „bei „Hobt´s aus´gsteckt heut´Nacht“. Die Zuschauer erlebten eine Mischung, die die Groteske namens Leben deutlich widerspiegelte. Krönender Abschluss nach einer ergreifenden „Ku-Klux-Clan-Nummer“ und dem eigenwilligen Liebeslied „Furzen im Lift“ war schließlich das umgestaltete Frank Sinatra Lied „… tuat mia mei Mei weh“. Starken Applaus gab es für den Meister der Parodie.
Vorstand Jochen Berger bedankte sich bei Mike Supancic für das erste Gastspiel in Frontenhausen, überreichte ein Kom(m)Postler-Präsent und kündigte zugleich das nächste Gastspiel am 3. Oktober 2014 an: Carmela de Feo, unter an. bekannt durch ihre hervorragende Moderation beim BR-Abend 2010, kommt dann mit ihrem dritten Bühnenprogramm „Träume und Tabletten“. Vorfreude darauf machte sich hör- und spürbar im Publikum breit.


Die Kom(m)Postler beim Premierenbesuch von Carmela de Feo.