2011
 
„Ein einmaliges, konzertantes und visuelles Erlebnis“
 
Da haben sich die Frontenhausener Kom(m)postler selber das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht, als sie den italienischen Liedermacher Pippo Pollina für den vergangenen Freitag abend verpflichteten. Tags zuvor noch im Lustspielhaus in München, am Freitag dann in Frontenhausen.
Rappelvoll der Postsaal, erwartungsfreudig das Publikum. Das ist zwar meist so bei Veranstaltungen der Kom(m)postler, die ja stets Hochkaräter nach Frontenhausen holen. Und die Gäste wurden nicht enttäuscht: Was Pippo Pollina, einer der besten und wichtigsten zeitgenössischen Liedermacher zu Gehör brachte, ging nahe. „Über die Grenzen trägt uns ein Lied“ - und der Name war Programm. Begleitet vom ebenso einfühlsamen wie leidenschaftlichen Klarinettisten Roberto Petroli zeigte Pollina sein breites künstlerisches Repertoire: Politische und gesellschaftskritische Lieder für Frieden, Freiheit und Menschenrechte. Poetische Balladen, rockige Arrangements - Pollina und Petroli sind vielseitig. Und das zeigten sie in Frontenhausen wieder mit enormer Bühnenpräsenz - stimmgewaltig und instrumental virtuos, Pollina auch am Flügel.
Pollina hat aber auch als Autor von Büchern etwas zu sagen, was er im Postsaal denn auch tat. Ðie Mischung also aus Liedern, Lesung und Filmclips war es, was diesen Abend zu einem konzertanten wie visuellen Erlebnis machte (und die Erscheinung Pollina ist halt auch optisch ein Schmankerl).
Hören - sehen - staunen: Das ist Pollina, der dafür frenetischen Applaus erntete und ein großes Dankeschön von allen Kom(m)postlern. Und dem auch die „Vilslaus“ verliehen wurde.
Zuvor gratulierten übrigens frühere Gäste den Kom(m)postlern zum 20-jährigen Bestehen per Video-Botschaft, die Markus Renkl beim Kom(m)postler-Rückblick einspielte - als da wären: Konstantin Wecker, Richard Rogler (der sich auch gleich nochmal für die Verleihung der „Vilslaus“ bedankte), oder Claus von Wagner - jeder natürlich auf humorvolle Weise.
Und schon steht der nächste Höhepunkt bei den Kom(m)postlern an: Ein Auftritt von Sigi Zimmerschied, dem Urgestein des Kabaretts, am 20. April 2012. Dafür gab es zuvor eine Verlosung von zwei Eintrittskarten.


Finale furioso: Die Kom(m)postler auf der Bühne mit den beiden Künstlern.


Ohren- und Augenschmaus: Pippo Pollina mit Robert Petroli, hier mit Tambourin und Klarinette.
 

Feuerwerk an Pointen zum 20. Geburtstag
 
Ausverkaufter Postsaal: Kom(m)Postler hatten den Musikkabarettisten Han‘s Klaffl eingeladen
 
Einen äußerst vergnüglichen und kurzweiligen Abend bescherten die Kom(m)Postler am vergangenen Samstag ihrem Publikum - denn mit Han‘s Klaffl war ein Musikkabarettist zu Gast, der auf pointenreiche Weise ein Thema auf die Bühne brachte, das sozusagen jeden angeht: die Schulzeit.
Wolfgang Trende begrüßte namens der Kom(m)Postler das gut gelaunte und erwartungsfrohe Publikum - darunter auch 1. Bürgermeister Georg Retz und Landrat Heinrich Trapp - und beeindruckte mit der Bemerkung, dass dies immerhin schon die 51. Veranstaltung der Kom(m)Postler sei. Im wunderschönen Postsaal hatten bislang Kabarettgrößen wie Dieter Hildebrandt, Konstantin Wecker, Richard Rogler, Helmut Schleich, Klaus-Peter Schreiner, Piano Paul und Volker Pispers Erfolge gefeiert. Trende zitierte einen Satz Richard Roglers: „Ein Auftritt in Ottis Schlachthof ist wie Traktorfahren, ein Auftritt im Frontenhausener Postsaal wie Rolls Royce fahren.“ Was die Kom(m)Postler natürlich sehr freute. Der Kultur schaffende Verein sei nun im 20. Jahr seines Bestehens und Wirkens - und es werde eine „Laufzeitverlängerung“ geben, bemerkte Trende augenzwinkernd - mit Anspielung auf das Programm von Han‘s Klaffl („Restlaufzeit“) und auf das aktuelle Geschehen.


Als Hausmeister Grantinger mischte sich Han‘s Klaffl unters Publikum.

Han‘s Klaffl - er war bereits im letzten Jahr bei den Bayern2-Radiospitzen in Frontenhausen mit von der Partie - wurde mit großem Applaus begrüßt. Sein Programm mit dem Untertitel „Unterrichten, bis der Denkmalschutz kommt“ siedelte er im „Lukas-Podolski-Gymnasium“ an und schlüpfte dabei in so manche Rolle. Wobei er das Programm mit viel Musik gestaltete, am Bass und am Keyboard, mit Einbeziehung des Publikums, das immer gerne mitsang.
Klaffl brachte mit Witz und Schalk all das auf den Punkt, was wohl jedem, der in die Schule gegangen ist, im Gedächtnis verhaften blieb. Seien es die Wandertage, die je nach Lehrer immer die gleichen Ziele hatten, oder der Feueralarm, der nie ganz ernst genommen wurde, aber immer eine nette Abwechslung vom Unterricht war; sei es die beliebte Kopiererei mit Spiritusgeruch, Vergrößern, Verkleinern... oder das noch beliebtere Laminieren, oder das Problem mit dem Tageslichtprojektor - bei dem die Folien immer falsch auflegt waren - bis hin zu modernen Powerpointpräsentationen, die immer ewig brauchen, um in die Gänge zu kommen... Apropos Computertechnik: Auch hier nahm Klaffl so einiges auf die Schippe, zum Beispiel dass die rechte Maustaste die Lösung aller Probleme sei - dieser Ausspruch zog sich dann als „running Gag“ durchs ganze Programm. Klaffl schlüpfte in die Rollen des veralteten Lehrerkollegiums und des Hausmeisters, mit all deren Ecken und Kanten - alles natürlich kabarettistisch überzeichnet, aber niemals verletzend. Und hinterfragte dabei auch mal kritisch, ob in einem 40 Jahre alten Lehrplan tatsächlich wohl alles falsch gemacht wurde? Klaffl erinnerte an Eselsbrücken, die man sich als Schüler baute, um etwas im Gedächtnis zu behalten, und ließ dabei offen, was die Eselsbrücke „Was geht hurtig durch Fleiß?...“ wohl bedeutete. Natürlich war auch die Pisa-Studie, bei der Deutschland zwischenzeitlich Österreich wieder überholt hat - ein Thema, und auch die Zeugnisse mit den berüchtigten Bemerkungen.
Da die große Pause immer ein Höhepunkt für die Schüler bedeutet, verabschiedete sich auch Klaffl zwischendurch mal - in Liedform - in eine Pause.
Das Publikum amüsierte sich prächtig und so kam Han‘s Klaffl nicht ohne Zugabe von der Bühne. Zum Abschied hatte er sich dann noch ein besonderes Schmankerl aufgehoben: An das Publikum wurden Flöten verteilt - und dann hieß es nicht nach Noten, sondern nach Farben spielen (wobei einige Besucher als bewegliche Notenständer für das Farbband fungierten) - heraus kam das Lied „Zum Geburtstag viel Glück“ als ein Ständchen zum 20-jährigen Bestehen der Kom(m)Postler. Diese wiederum bedankten sich bei Han‘s Klaffl mit einem Geschenk für den schönen Abend und überreichten an alle Besucher beim Nachhauseweg eine Rose.


Zum Abschied hatte Han‘s Klaffl ein Musikstück für‘s Publikum vorbereitet - gespielt nach Farben, nicht nach Noten. Wobei Besucher des Kabarettabends als „Farbbandhalter“ fungierten.
 
 
 

 

 

 

2010 - 2012