2010
Eindrucksvolles Ein-Mann-Theaterkabarett statt Gagsammlung
Auftritt von Claus von Wagner bei den Kom(m)postlern begeisterte die Zuschauer
 
Die Kom(m)Postler hatten wieder einmal eine sehr gute Wahl getroffen: Claus von Wagner gastierte im restlos ausverkauften Postsaal mit seinem neuesten Soloprogramm „Drei Sekunden Gegenwart“. Claus von Wagner alias Joachim bereitet sich auf eine Gerichtsverhandlung vor und stöbert in der eigenen Vergangenheit und der seiner Familie - und auch etwas in der Vergangenheit der Zuschauer, die ganz unbemerkt mittendrin sind in dieser Aufräumaktion und der persönlichen Erinnerungskiste - und keine der vielzähligen Pointen lässt unberührt.


Gekonnt schlägt Claus von Wagner Brücken zur Gegenwart, stellt Verknüpfungen zu Regierungen, Kapitalismus, Finanzsystemen und (Un-)Bildungswesen. Beispiel „Vanessa“, die Professorentochter, die nur durch intensive Nachhilfe das Abitur schafft. Die in „Zweierreihe angetretenen Nachhilfelehrer“ standen vor dem Versuch, eine „80-GB-Datei auf einen 512-KB-Chip zu pressen“ - und es hat funktioniert. Mit viel Witz und Sinn entwickelt der Künstler Gedanken, die (hoffentlich) länger wirken als „drei Sekunden“. Obwohl wir täglich von „politischen Drei-Sekunden-Botschaften“ umzingelt sind, die uns die Politiker bieten - insbesondere vor Wahlen. Ein witziges sowie eindringlich berührendes Theaterstück, das den Besuchern Kabarettunterhaltung vom Besten präsentierte. „Bravo Claus von Wagner, bravo Kom(m)Postler für diesen heiteren
Kabarettabend mit Tiefgang“, meinten die Zuschauer. Und eventuell steht den Kabarettfreunden zum bevorstehenden 20-jährigen Jubiläum des Kabarettvereins ein Gastspiel vom „Zwangsensemble“ (Claus von Wagner, Mathias Tretter und Philipp Weber) ins Haus.



 

Spitzen, die sitzen
 
„radioSpitzen“ wurden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet - Kom(m)postler präsentierten
Kabarett & Comedy mit Carmela de Feo, Han‘s Klaffl, Robert Griess und Mistcapala
 

(mt) Aus dem Postsaal in Frontenhausen hinaus in die Weiten des Freistaats. Am vergangenen Donnerstag wurden die „radioSpitzen“ des Bayerischen Rundfunks aufgezeichnet. Als Künstler traten Carmela de Feo, Han‘s Klaffl, Robert Griess und Mistcapala auf.


Wolfgang Trende von den Kom(m)postlern begrüßte die Zuschauer im voll besetzten und gut temperierten Saal und kündigte die Moderatorin des Abends Carmela de Feo als kabarettistische Rampensau an. „Das Kotelett of Love“ griff zum Akkordeon und gab launige Tipps zum Ablauf des Abends.
Han‘s Klaffl, Kabarettist und Gymnasiallehrer aus München, präsentierte Teile aus seinem Programm „40 Jahre Ferien, ein Lehrer packt ein“. Von Schülern auf Kriegsfuß mit der Rechtschreibung über das G8 spannte Klaffl den Bogen der Verzweiflung. Am Kontrabass intonierte er eine Fassung von „Take a walk on the wild side“, um den Unterricht an einem Montagvormittag zu beschreiben.
Der Kölner Robert Griess verdeutlichte, warum es „freie Marktwirtschaft“ heißt: Viele Manager würden trotz krimineller Machenschaften frei herumlaufen. Auch an den „Ressort-wechselnden“ Politikern ließ Griess kein gutes Haar. Und sein Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten wäre Ernst August von Hannover.
Das Lied vom goldenen Ei sang „La Signora“ Carmela de Feo. Es folgte der Auftritt der „Alt-Herren-Boygroup“ Mistcapala. Sie demonstrierten eine Grenzkontrolle in der Schweiz. Nach der Pause durfte das Publikum zusammen mit „La Signora“ ein Lied singen.
Aus seinem Programm „Restlaufzeit - unterrichten bis der Denkmalschutz kommt“ berichtete Klaffl weiter über den Lehreralltag. Einen detaillierten Blick warf er auf einen Wandertag in der Schule. Robert Griess brachte Auszüge aus dem Programm „Revolte“ und präsentierte das Leben aus der Sicht eines Hartz-IV-Empfängers. Statt eines Billigflugs nach Mallorca gehe es ab ins Sonnenstudio, das sogenannte Münz-Malle. Zum Abschluss gab es noch einmal musikalischen Genuss mit Mistcapala.




Wolfgang Trende (vorne) bedankte sich bei Carmela de Feo und Klaffl für ihre unterhaltsamen Auftritte.
 

 
Richard Rogler Soloprogramm - "Stimmung"
 
(mt) Zum ersten Mal in diesem Jahr hatten die Kom(m)postler in der vergangenen Woche in den Postsaal eingeladen. Und mit Richard Rogler war ein „Schwergewicht“ unter den Kabarettisten dem Ruf nach Frontenhausen gefolgt.


Mit seinem Programm „Stimmung“ sorgte er im Postsaal für einen unterhaltsamen Abend. Wolfgang Trende hatte im vollen Haus die Besucher gewohnt humorvoll begrüßt und auf den Auftritt des Honorarprofessors für Kabarett an der Universität der Künste in Berlin hingeleitet.
Dieser spannte den Bogen seines Programms von seiner Abkehr vom politischen Kabarett, die er selbstverständlich aufgrund der guten Rahmenbedingungen nicht aufrechterhalten konnte, über Möglichkeiten für neue Steuern bis zur „Selbstmacher-Mentalität“ der Deutschen. So stünden oft hochbezahlte Professoren ratlos und hilfesuchend vor den Regalen in den Baumärkten, nur um dem Trend zum Selbermachen nicht zu widersprechen.
An den Politikern ließ Rogler ebenfalls kein gutes Haar. Schließlich sei das Volk der Vorgesetzte der Politiker. Oftmals sei davon jedoch nicht viel zu erkennen. Zur aktuellen hohen Verschuldung steuerte der bekannte Kabarettist ebenfalls einen Beitrag bei. Sein Vorschlag: Eine Ampelsteuer einführen. Wenn eine Ampel auf Rot steht, muss ein bestimmter Betrag eingeworfen werden, damit diese auf Grün umschaltet.
Auch auf die Alkoholfahrt von Bischöfin Margot Käßmann ging Rogler ein. Für einen Katholiken wäre dies nicht unbedingt ein Grund zum Rücktritt gewesen. Sport, Apotheken sowie Bildung und Erziehung waren weitere Themen an diesem Abend.
Und um den Zuschauern Etwas mit nach Hause mitzugeben, hatte er einen guten Tipp parat: „In der Badewanne den Duschvorhang nach innen hängen.“
Bei der geforderten Zugabe setzte Rogler für verschiedene Jahre das Wachstum des deutschen Straßensystems mit bedeutenden Ereignissen auf deutschen Straßen in Bezug.

Andrea Wieslhuber und Wolfgang Trende überreichten an Rogler einen Geschenkkorb.

 

 

 

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