2009
Sizilien à la carte
 
Pippo Pollina solo in concerto bei den Kom(m)postlern
 
(mt) Eros Ramazotti, Adriano Celentano, Zucchero, Pippo Pollina. Pippo Pollina? Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber. Die Kom(m)postler sind ja dafür bekannt, berühmte Künstler in den Postsaal nach Frontenhausen zu holen. Und dieses Mal war es „die schönste Stimme Siziliens“, die der Einladung aus Frontenhausen folgte.

Die Besucher beim Konzert am vergangenen Freitag hatten das Kommen nicht bereut. Ganz leger in Cargohose und Pulli trat Pollina auf die Bühne und begann seinen Auftritt am Piano. Von der ersten Sekunde an fesselte er die Zuhörer mit seiner herausragenden Stimme und gekonntem Spiel auf den Instrumenten, neben dem Piano Gitarre und Tamburin. Mit seinem Lausbubenauftreten gewann er schnell die Herzen nicht nur der weiblichen Konzertbesucher. Um das Publikum in den Abend mit einzubeziehen, durfte sich dieses Titel aus dem 135 Lieder umfassenden Repertoire des Künstlers wünschen. Routine würde schnell zur Gefahr für einen Musiker, wie er in sehr gutem Deutsch verdeutlichte. Schließlich wohnt der aus Palermo stammende Pollina seit knapp 20 Jahren in Zürich.
Im Verlauf des Abends wurde schnell klar, dass er über die nötige Routine für einen Künstler verfügt. Aber gleichzeitig verströmte er trotz seiner 45 Jahre jugendlichen Charme. Für Pollina ist die Musik die Brücke zwischen Künstler und Zuhörern. Und diese Brücke gestaltete er einmal emotional und nachdenklich, dann wieder stimmgewaltig, fast rockig. Teilweise kombinierte er diese Gegensätze sogar meisterlich innerhalb eines Liedes. Diese singt er nicht nur auf italienisch. Auch deutsche Passagen, spanische Elemente und englische Textzeilen werden eingeflochten. Sprachlich setzte er damit um, was nach seiner Ansicht einem Lied gelingt: „Eine Welt in drei, vier Minuten zu beschreiben.“ Zwischen den einzelnen Stücken flocht Pollina Erinnerungen aus seinem Leben ein. So erzählte er von Auftritten in Gefängnissen und Ost-Berlin. Auch die schwierige politische Situation in Italien thematisierte er. Ministerpräsident Silvio Berlusconi zählt zu den Intimfeinden des Künstlers.
Nach über zwei Stunden voller Lieder mit Tiefgang gab Pollina seine zweite Zugabe. Und wäre es das Selbstverständlichste der Welt, a cappella.

Mit einem Geschenkkorb voller Süßigkeiten verabschiedeten Gabriele Renkl und Wolfgang Trende von den Kom(m)postlern den Künstler.
Nach einem Abend, der würdig war, sich in die Reihe der Auftritte herausragender Künstler im Postsaal einzugliedern.


"Mal verliert man und mal gewinnen die anderen"
 
Nepo Fitz begeisterte auf Einladung der Kom(m)postler
mit seinem Programm „Pimpftown - Wie werde ich ein Mann?“
 

Mit auf seinen abwechslungsreichen Lebensweg nahm Nepo Fitz die Besucher in der vergangenen Woche im Postsaal. Die Talentsucher Markus Renkl und Wolfgang Trende hatten mit dem jungen Künstler wieder das richtige Händchen. Das Publikum zeigte sich begeistert von Lisa Fitz’ Sohn.



Wohldosiert ging er auf die Familienbande bei seinem Auftritt ein. Das Thema „Was wird man(n), wenn der Vater Musiker und die Mutter bekannte Kabarettistin ist?“, zog sich als roter Faden durch den Abend. Er suchte seinen Weg von seiner Heimat Eggenfelden über New York in die Kabarettszene. Von seinen Anfängen als kleiner Junge mit Laterne in der Hand beim Martinszug, über die Erlebnisse in seiner Jugendzeit mit Hip-Hoppern auf Supermarkt-Parkplätzen über das Streben nach einem Leben als Rockstar.
Dabei landete er schließlich statt in New York in einem 500-Einwohner-Kaff irgendwo in den USA. Und musste dabei feststellen: „Landleben ist überall gleich.“ Also ging es wieder zurück, von der Route 66 zur B 388. Der Lebensweg führte weiter von Fensterputz-Alpträumen begleitet schließlich zum BWL-Studium. Dort trug Fitz zwar viel zur Unterhaltung bei, aber insgesamt war das Engagement an der Universität von unverständlichen Vorlesungen geprägt. Zusammenfassend stellte Fitz fest: „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.“




Seine mit gekonnter Mimik und ausdrucksstark nachgespielten Szenen aus seinem Leben ergänzte er mit am Keyboard begleiteten Musikstücken. Dies traf sichtlich den Geschmack des Publikums. Bei der geforderten Zugabe nahm Fitz die Unsitte des ständigen Telefonierens mit dem Handy auf die Schippe. Auch die endlosen Warteschleifen bei Telefon-Hotlines bekamen ihr Fett ab.
Mit einem „süßen“ Geschenkkorb bedankten sich die Kom(m)postler bei Nepo Fitz. „Wo führt der Weg hin?“, fragte Nepo Fitz an diesem Abend im Hinblick auf sein zukünftiges Leben. Wenn es im bisherigen Stil weitergeht, sicher hoch hinauf auf der Kabarett-Leiter.
Die nächsten Auftritte bei den Kom(m)postlern stehen bereits fest. So tritt am 17. März 2010 Richard Rogler auf. „Kabarett im Viererpack“ am 10. Juni 2010 wird auch vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet. Claus von Wagner wird seinen Auftritt am 18. November 2010 absolvieren. Und 2011 kommen Pippo Pollina und Werner Schmidbauer nach Frontenhausen.

 

 

 

 

2008 - 2010