2007
Kom(m)postler unter neuer Führung

13.03.2007 Mitgliederversammlung der Kom(m)Postler
Der neue Vorstand wurde gewählt. Jetzt stehen die Kom(m)postler unter neuer Führung:

1.Vorstand - Markus Renkl

2.Vorstand - Alfred Wenzl

Kasse/Finanzen - Andrea Wieslhuber

Schriftführer - Jochen Berger

Wolfgang Trende (Gründer vom Verein) wird Ehrenvorstand der Kom(m)postler. Er und seine Frau Maria haben sich von der Hauptverantwortung verabschiedet.


Den Angst-Standort Deutschland im Visier ...

Helmut Schleich mit brillantem neuen Programm im ausverkauften Postsaal
Kom(m)Postler ehren den Kabarettisten mit der „Vilslaus“

Frontenhausen. Er trifft den Nagel auf den Kopf und legt den Finger in die Wunde: Helmut Schleich hält mit seinem neuen Kabarettprogramm „Mutanfall - Ein Angsthase schießt zurück“ dem Angst-Standort Deutschland den Spiegel vor. Wie ein Chamäleon wird er auf der Bühne zum Angstmachermeister, zu Hysterie und Sorge. Schleich begeisterte das Publikum im ausverkauften Postsaal restlos und erhielt eine Auszeichnung, die mittlerweile bei den angesagsteten und erfolgreichsten Kabarettisten Deutschlands einen ganz hohen Stellenwert hat: Die „Vilslaus“ der Kom(m)Postler.
Wolfgang Trende übernahm für die Kom(m)Postler in bewährter Weise die Begrüßung. Diese Begrüßungen sind ja längst als kabarettistische Leckerbissen, sozusagen als Vorspeise, bekannt. Trende freute sich, den Kabarettpreisträger Konrad Ritzinger unter den Zuschauern begrüßen zu können und erklärte, dass es mittlerweile schon soweit gekommen sei, dass sich Stammgäste schriftlich entschuldigen, wenn sie mal bei einer der bislang über 40 Veranstaltungen der Kom(m)Postler nicht dabei sein können.
Doch dann galt Trendes Augenmerk natürlich dem Hauptdarsteller des Abends, Helmut Schleich, der immer wieder gerne nach Frontenhausen in den Postsaal kommt.
Vorsitzender Markus Renkl überreichte dem Kabarettisten die Auszeichnung „Vilslaus“ und hatte noch eine weitere Ehrung vorbereitet: Wolfgang Trende wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, da er die Kom(m)Postler 16 Jahre lang hervorragend geführt hatte.
Als zehnter Preisträger konnte Helmut Schleich die Auszeichnung stolz mit nach Hause nehmen und freute sich sichtlich darüber. Doch zuvor hatte er das Publikum auf eine ganz besondere Reise mitgenommen: Zu den Ängsten, Manien, Phobien und Sorgen.
Als Angstmachermeister Ferdinand Flügel machte er hervorragende Geschäfte mit der Angst gemäß dem Firmennamen „Angstverleih Flügel“ - nur eines von zahlreichen witzigen Wortspielen - und machte deutlich, dass Angst immer Konjunktur hat. Er verkaufe hochwertige Ängste made in Germany, da ein Deutscher ohne Ängste ja nicht vorstellbar sei. Als Angstmacher tue er halt was für den Angst-Standort Deutschland...
Schleich schlüpfte in die kursiosesten Rollen, in denen sich alles um die vielen Facetten der Angst drehte. Zum Beispiel parodierte er den Besuch beim Zahnarzt. Oder er erzählte dem Publikum von Oskar, der panische Angst vor Unordnung hat und in einem anderen Leben am liebsten ein Leitzordner wäre. Oskar hat ungeordnete Träume und möchte aber von Regalen träumen...
Brillant war auch der Dialog zwischen Hysterie und Sorge, die von Schleich personifiziert wurden.
Ein Abend voller Phobien und Sorgen, Ängsten und Manien - kurzweilig und unterhaltsam, aber durchaus auch ein wenig zum Nachdenken anregend. Sind die Deutschen tatsächlich so ein ängstliches Volk?



"Endlos leben" in überragender Präsenz

Torsten Riemann im Postsaal in Frontenhausen Torsten Riemann(v.l.), Jörg Mischke und Markus Renkl

(mt)" Mit einem Messer im Rücken gehen wir noch lange nicht von der Bühne! " Mit diesen Worten stimmte der Sänger, Komponist und Texter Torsten Riemann die Besucher im Postsaal auf einen langen Abend ein.
Eingeleitet wurde dieser mit der Begrüßung durch Wolfgan Trende von den Kom(m)postlern, die mit Torsten Riemann wieder einen Top-Act nach Frontenhausen in den Postsaal locken konnten.
"Endlos leben", so der Titel von Riemanns Programm, war der Grundtenor der Lieder, die mal melancholisch, mal voller Lebensfreude die Bandbreite der menschlichen Emotionen verdeutlichten. Der vom Deutschen Musikerverband bereits als "Bester Songwriter" ausgezeichnete Torsten Riemann verstand es, das Publikum nicht nur mit seinen Liedern zu begeistern. Auch im Dialog mit den Zuschauern überzeugte er mit Wortakrobatik und feinem Humor.
Auch durch eine kleine Komplikation mit dem Mikrofon, das einen "Kabelbrand in seinem Schritt auslöste", ließ sich der Berliner Riemann nicht aus dem Konzept bringen. Zweieinhalb Stunden zeigte er eine überragende Präsenz auf der Bühne. Am Klavier, mit Akkordeon oder Gitarre, teilweise begleitet von Jörg Mischke, mal mit leisen Tönen, mal fast schreiend, brachte er die Emotionalität seiner Lieder durch seine exakte Stimme zum Ausdruck.
Und auch nach der Zugabe konnte man kein Messer im Rücken von Torsten Riemann entdecken, als er von der Bühne trat. Nicht ohne vorher von Vorstand Markus Renkl zum Dank ein Geschenk überreicht zu bekommen. Und so hatte der über 600 Kilometer angereiste Künstler doch noch recht mit der Aussage: "In Frontenhausen steppt der Bär!". Er selbst hatte nicht gerade unbedeutenden Anteil daran.

Wolfgang Trende begrüßte die anwesenden Gäste



Bis hierher und weiter
Aus dem 17. Heimatjahrbuch 2006/2007

„Man träumt als Kabarettist von einer nachweisbaren Wirkung“, hat Werner Schneyder mal gesagt. Diesen Traum haben auch die Kom(m)Postler, dass die von ihnen bestens organisierten Veranstaltungen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Kabarett- und Kleinkunstbühne in Frontenhausen hat sich im vergangenen Jahr wieder einmal als engagierte Kulturstätte präsentiert. Bekannte und weniger bekannte Künstler haben im Postsaal die Möglichkeit, sich ihr Publikum zu erspielen.

Im Mittelpunkt des Rückblicks steht zunächst der inzwischen zum Ehrenvorstand der Kom(m)Postler ernannte „Alters-Chef der Gruppe“, nämlich Wolfgang Trende. Was hat er für das Wohlergehen des Vereins nicht alles zusammengestellt und hingestellt, was hat er nicht alles eingerichtet, ausgerichtet oder angerichtet, wen nicht schon alles von einem Gastspiel in Frontenhausen überzeugt beziehungsweise überredet. Kult sind inzwischen auch seine oft pointierten, launigen Begrüßungsansprachen, ohne die man sich einen Beginn eines Kom(m)Postler-Abends fast nicht mehr vorstellen kann. 

Und dieser „Dauer-Quirl in Sachen Kom(m) Postler“ feierte im vergangenen Oktober seinen 60. Geburtstag. Die „Nachwehen“ der großen Vereinsfeier, die bis weit über Mitternacht andauerte, sind wohl inzwischen bei allen auskuriert. Dass dieser wunderbare Abend für alle stets in Erinnerung bleiben wird, dazu haben die Kom(m)Postler, Ehefrau Maria und kom(m)postlernahe Freunde beziehungsweise Freundinnen in besonderer Weise beigetragen. 

Kurz der Reihe nach: Der Jubilar wurde zu Hause mit dem Auto abgeholt, ihm wurde eine Augenbinde umgestülpt und schon ging`s los. Im Kreisverkehr dreimal herum, mal diese Seitenstraße, mal eine Extrazufahrt – schon wusste Wolfgang Trende nicht mehr, an welchem Ort er sich befand. Immer noch mit Augenbinde den Raum, eigentlich auch „seinen Raum“ betretend, ertönte ein vielstimmiges Geburtstagsständchen „Tanti auguri a te“ sowie Pavarottis klangvolle Stimme aus dem Lautsprecher im Hintergrund. Schließlich wurde er von der Augenbinde befreit! Verwundert, erstaunt und sprachlos, umgeben vom Kom(m)Postler-Freundeskreis, erkannte Wolfgang Trende die wunderbar, in italienischen Landesfarben gedeckte Tafel im Postsaal.

„Zu Gast bei Freunden“ – dieses Motto galt auch für diese besondere Geburtstagsfeier. Dass dieser Abend unvergesslich bleiben wird, dazu haben nicht nur die Ansprachen von Markus Renkl, Jochen Berger und Ehrengast Konrad Ritzinger, sondern auch die musikalischen Beiträge, eine unglaublich tolle Power-Point-Präsentation über Wolfgang Trendes privates, berufliches und vereinsmäßiges Wirken sowie schließlich die äußerst schmackhafte Menüfolge, von Kom(m)Postlerinnen vor- und zubereitet, beigetragen. Besondere Freude hatten die Kom(m)Postler an der erst allmählichen Erkenntnis des Jubilars, dass er gar nicht der Gastgeber ist beziehungsweise sein wird, sondern die Ausrichtung mit allem drum und dran das Geschenk und die äußerst gelungene Überraschung für den Jubilar ist. 

Von langer Hand vorbereitet haben die Kom(m)Postler die Künstler, die in den letzten 16 Jahren im Postsaal auftraten, um einen Glückwunschgruß für den Jubilar gebeten. Und viele, viele Kabarettisten schrieben beziehungsweise gestalteten ihren Glückwunsch. Hier nur eine kleine Auswahl der eingegangenen Karten bzw. Briefe:


Am 13. März 2007 stand eine für die Kom(m)Postler bedeutungsvolle Jahreshauptversammlung auf dem Programm. Zum letzten Male leitete diese Wolfgang Trende, blickte auf die letztjährigen Aktivitäten hin und bedankte sich schließlich für das gemeinsame, vertrauensvolle und engagierte Handeln sowie für das Verständnis, dass er und seine Ehefrau Maria Trende aus beruflichen und persönlichen Gründen aus den Ämtern scheiden, aber weiterhin, soweit möglich, mit Rat und Tat den Kom(m)Postlern zur Verfügung stehen werden. 

Die souverän von J. Niedermeier geleiteten Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis:
1.Vorstand wurde Markus Renkl, sein Stellvertreter Alfred Wenzl, Kassiererin Andrea Wieslhuber und Schriftführer Jochen Berger. Der neue Vereinsvorstand Markus Renkl hatte nach den Neuwahlen eine besondere Ehrung vorzunehmen, nämlich die Ernennung von Wolfgang Trende zum Ehrenvorstand. Eine verdiente Auszeichnung, schließlich habe Trende als Gründer des Kleinkunst- und Kabarettvereins sowie als „Motivator und Möglichmacher“ in 16 Jahren für über 40 Gastspiele von berühmten und weniger bekannten Künstlern gesorgt. Bei Maria Trende, auch Gründungsmitglied, bedankte sich Markus Renkl ebenfalls für unermüdliches, innovatives Agieren im Verein. Mit Kopf, Herz und Hand hat sie sich in herausragender Weise für das Wohl des Vereins eingebracht. 

Die Kom(m)Postler feierten und ehrten aber nicht nur im zurückliegenden Jahr, sondern organiserten natürlich auch wieder Gastspiele. 
Wenn einer zum Lachen nicht in den Keller geht, weil er dort zu viel Angst haben könnte, dann ist er bei Helmut Schleich genau richtig. Der vielfach gekrönte Kabarettist, neuerdings auch mit der Kom(m)Postler-Vilslaus, widmete sich in seinem Solo-Programm „Mutanfall – ein Angsthase schießt zurück“ äußerst einfühlsam allerlei Alltagsneurosen, Paniken und Phobien und hat vielerlei merkwürdige Typen auf der Postbühne aktiviert. Die tragen alle Schleichs knautschfähiges, wandelbares Gesicht, aber jeder geht eben anders mit seiner Angst um. 
Als Helmut Schleich gekommen und als blendendes Otti-Fischer-Imitat sich vom Publikum verabschiedend, dazwischen ein kurzweiliges Zweistunden-Soloprogramm, sorgte für einen brillanten Kabarettabend im Postsaal.

Im Oktober gastierte wieder einmal ein Liedermacher bei den Kom(m)Postlern. Torsten Riemann, ein leidenschaftlicher Musiker und Sänger, stellte über 30 Lieder, vornehmlich aus seinem aktuellen Programm „Endlos leben“ vor. Seine erzählten Geschichten, mal mit Gitarre, mal sich auf dem Klavier oder Akkordeon begleitend, strahlen eine starke Authenizität aus. 

Sehr stimmig wurde Torsten Riemann von seinem kongenialen Partner Jörg Mischke bei den Liedern vom Leben unterstützt. Songs von der Liebe und Sehnsucht, von der Suche nach der/dem Richtigen und vom Verlassenwerden. Ein Versuch, emotionale Mauern singend und spielend einzureißen. Neben einem ganz neukomponierten Lied endet der Abend programmgemäß:
„Endlos leben – einfach leben, jetzt und hier nur da sein, füreinander wahr sein und dann mühelos vergehen...“. Ein Liedermacher-abend mit Substanz, ebenso mit viel, viel Gefühl und dem gewissen Etwas. Vielen Besuchern hat der lange Liederabend gut getan und gefallen. 
Und wie geht`s weiter mit den Kom(m)Postlern. Ein bewährter Mix aus Lesung, Kabarett, Musik wird auch in den nächsten Monaten präsentiert. Bekannte Künstler werden wieder in Frontenhausen gastieren und für erfrischende und feinste Unterhaltung sorgen. Sagen Ihnen, geschätzter Heimatjahrbuchleser, die Namen Dieter Hildebrandt („Nie wieder achtzig“), Werner Koczwara („Warum war Jesus nicht rechtschutzversichert?“), Matthias Deutschmann, .... etwas? Na dann, bis bald im Postsaal beziehungsweise im nächsten Heimatjahrbuch!

 

 

2006 - 2008