2003
"Kom(m)Postler eben - mehr sog´ i ned!"

Dieser Teil-Werbespruch, mehrfach täglich für eine Möbelhauskette von Ottfried Fischer gesprochen, könnte nach diesem erfolgreichen Vereinsjahr 2002/03 auch für die Kom(m)Postler gelten. Denn die wiederum bestens organisierten Gastspiele von Jürgen K.W.Timm oder den "Mehlprimeln" sowie die internen Feiern ("runder" Geburtstag, Feuerzangenbowlen-Fest II. von "Biene Meier") bzw. d e r Vereinsausflug nach Berlin zur "Scheibenwischergala" - alles sorgte für nachhaltige Erinnerungen, Interesse und Anerkennung. Doch schön der Reihe nach:

Über die Wirte im Gasthof Postbräu wurde immer wieder mal etwas gemunkelt, gemutmaßt oder erfunden, doch der Auftritt von "Satire-Drei-Sterne-Koch" Helmut Schleich übertraf alle Erwartungen. Mit wenigen Requisiten ausgestattet, führte er die begeisterten Zuschauer durch den kulinarischen Strudel seines neuen Solo-Programms "Das Auge isst man mit". Das Publikum erlebte im Postsaal diskutierte Lebensmittel wie den bayerischen Semmelknödel, den böhmisch-ungarischen Schaschlikspieß und einen schnöseligen, new-age-beseelten Eissalat. Helmut Schleich zog alle Register seines Könnens und brachte die Zuschauer zum Toben! Schlagwörter, am Ausgang nach der Veranstaltung aufgefangen, sollen als Beleg für einen tollen Kaberettabend ausreichen: "Virtuos wandlungsfähig, dialektfest, reichhaltig feinsinnig, geistreich, deftig, klug und zu keiner Sekunde geschmacklos!".


Stammgast im Postsaal - Helmut Schleich
Runde Geburtstage von Kom(m)Postlern wurden in den letzten Jahren geradezu "öffentlich" und immer herzlich, kreativ und personenbezogen gefeiert. So war es auch beim Geburtstag von Maria Trende, die zurecht Respekt, Bewunderung und viele freundschaftliche Gesten erleben durfte. In die Beiträge der zahlreichen Geburtstagsgäste mischten sich "Kom(m)Postler-Bilderrätsel" sowie ein besonderes Highlight des Abends: das "Schwarze Theater der Kom(m)Postler". 49 Lebensjahre schwebten, hervorragend dargestellt, an der Jubilarin vorbei, die sich mit den Geladenen einig war: "Zauberhaft!".

Bildimpressionen einer gelungenen Geburtstagsfeier, mitgestaltet von Kom(m)Postlern für eine verdiente Kom(m)Postlerin

Vorstand Wolfgang Trende leitet jede Vereinsversammlung mit einem "Spruch des Tages" ein, bei dem Kom(m)Postler-Treffen im März war es ebenso. Da man sich in der Gärtnerei Meier im Blumensalon zur "Feuerzangenbowle" traf, waren die Eingangsworte entsprechend gewählt: "Wer selbst nicht brennt, kann kein Feuer entfachen. Die Schönheit der Natur wird fortgesetzt durch die Schönheit der Kom(m)Postlerinnen - eine olfaktorische, gustatorische und visuelle Abend-Sinfonie bei (Arbeits-)Biene Meier!".

Kom(m)Postler-Vereinsversammlung mit 100%- iger Beteiligung

Im April tauchte auf der Postbühne eine "Neu-Entdeckung" im politischen Kabarett auf - Jürgen K.W.Timm, so eine Mischung aus Bruno Jonas, Volker Pispers und Reinhard Mey. Äußerlich wie Dieter Hallervorden (oder Franz Geigenberger), geistig schon eher wie Dieter Hildebrandt - die Pointen saßen, und wie!! Er nahm alle auf die "Satire-Schippe", von rechts bis links. Begrifflichkeiten wie zum Beispiel "moralisch flexibel" sowie "intellektuell überschaubar" (gemeint USA-Präsident G. W. Bush) bleiben den Kabarettfreunden wohl lange in Erinnerung, so manche scheinbare Größe der Politik wurde wortgewaltig entblößt.

Unterhaltend, gefühlvoll, intelligent: Jürgen K.W.Timm

Berlin, Oktober 2003, 19.00 Uhr - viele prominente und weniger prominente Gäste nähern sich dem "Tipi" - einem Zelt am Kanzleramt. Unter den Gästen befinden sich u.a. Bundestagspräsident Wolfgang Tierse, Ministerinnen U. Schmidt und R. Kühnast, Rundfunkräte, Künstler ... sowie sechs Kom(m)Postler aus Frontenhausen. Kurz vor der Ausstrahlung des letzten "Scheibenwischers" unter der Federführung von Dieter Hildebrandt stimmt Bruno Jonas in unnachahmlicher Art die Gäste auf die Sendung ein. Gute Laune macht sich breit, das Satire-Spektakel kann beginnen. So treffen sich auf der Fernsehbühne "alte" Weggefährten von 144 "Scheibenwischerauftritten", die aber auch gar nichts bzgl. aktueller Politikthemen auslassen: Renten- und Gesundheitsreform, Wahlen in Bayern ("hier weiß eh jeder, was er wählen soll", "Ruderpartie der SPD" oder "aufrechte Richter und die 2/3-Mehrheit"), Nachfolgersuche von Bundespräsident Rau, das Mittelmaß in der Politik (u.a. "Westerwelle ist gar keine Comicfigur, den gibt es wirklich") ... Aber immer wieder schimmert bei den Satirebeiträgen die hohe Wertschätzung für den "bekennenden Moralisten" D. Hildebrandt und auch Wehmut über seinen Abschied von der "Scheibenwischerbühne" durch. Er ist und bleibt eine Ausnahmeerscheinung, trotz so hervorragender Mit-Spieler wie Bruno Jonas, Mathias Richling, Georg Schramm, Richard Rogler, Konstantin Wecker, Volker Pispers, ...usw. "Hildebrandt- bzw. Scheibenwischer-Schauen" war und ist wie ein politisches "Seelenbad-Nehmen", das die sechs Kom(m)Postler mit den Studiogästen sehr genießen. Nach 90 Sendeminuten gibt es zum Abschied Standing-Ovation, Applaus, Applaus, Applaus. Der Abspann ist vorüber, nun kommt "der Auftritt" der Kom(m)Postler. Mit einem "Scheibenwischer-Strauß" wollen sich die Kom(m)Postler sozusagen stellvertretend für Fernsehzuschauer und Kabarettfreunde bedanken. Vor 500 (!) Gästen betreten Vorstand Wolfgang Trende und Künstler Fritz Wimmer die Bühne, Markus Renkl hält die kommenden Momente im Bild fest. Dieter Hildebrandt umarmt die beiden Kom(m)Postler, W. Trende spricht ein paar Dankesworte und der Geehrte ergreift die Gelegenheit, um den Kom(m)Postlern für ihre Aktivitäten in der "niederbayerischen Enklave" zu loben. Von der Kabarettgröße so etwas vor so
vielen Gästen zu hören, machte die Kom(m)Postler schon auch ein bisschen stolz. Dass danach im Kreise der "Promis" noch mitgefeiert, geplaudert, gescherzt und das ein oder andere Gastspiel "ausgehandelt" werden konnte, lässt diesen Ausflug der Kom(m)Postler nach Berlin erst recht unvergesslich werden. Was haben die Daheimgebliebenen sowie die Kabarettfreunde in und um Frontenhausen herum davon? Eine Menge, denn "Sonder-Gastspiele" mit Richard Rogler, Konstantin Wecker, Georg Schramm, Bruno Jonas und mal wieder eine Sendung mit dem Bayerischen Rundfunk (Chefin Gabi Englet) konnten "in die Wege geleitet" werden. Interne und externe Kommentare zum "Vereinsausflug dieser Frontenhausner: "Kom(m)Postler eben - mehr sog i ned!".

Links: Vorstand W.Trende und Kabarettist Matthias Richling im Gespräch.
Rechts: Kom(m)Postler inmitten von Kabarettgrößen wie D. Hildebrandt. R. Rogler und K. Wecker.



Links: Präsentübergabe, Danksagung und Umarmung auf der "Scheibenwischer-Bühne".
Rechts: Bruno Jonas fühlt sich bei den Kom(m)Postlern offensichtlich wohl.


Kaum aus Berlin zurückgekehrt, galt bei den Mitgliedern die ganze Aufmerksamkeit dem Gastspiel der "Mehlprimeln": Und es wurde ein unbeschwerter, heiterer Abend! Reiner und Dietmar Panitz, die "Mehlprimeln" halt, lieferten gesungene und gesprochene Bissigkeiten - ein wahrhaft gutes Musik-Kabarett. Erinnern wird man sich u.a. an die Mutmaßung, dass "der Bund Naturschutz die SPD demnächst in die Liste der bedrohten Arten aufnehmen wolle" oder die Frage nach dem Sinn von Wahlen in Bayern, wenn "eh jede Stimme im "Schwarzen" der Wahlurne versinkt" oder gar die "Verinnerlichung des Autos, bei der man zwar hier ist, aber man sagen wird, dass man da hinten stehe."

Unbeschwerter Abend mit den "Mehrprimeln"

Fazit eines erfolg- und ereignisreichen Vereinsjahres: Schön war´s und bald wird es bezüglich der Weihnachtsfeiern, aber auch wegen der Kartenwünsche für die kommenden Gastspiele von Kabarett-größen wie Richard Rogler, Georg Schramm, Bruno Jonas, Konstantin Wecker, Simone Solga, Josef Hader usw. heißen:
"Auf die Plätzchen, fertig, los!"