1999 - Wieder ein wichtiges Jahr der Kommpostler


Im November '98 wurde es beim Gastspiel von Michi Altinger und Julius Faber "weihnachtsfeierlich". M. Altinger zerlegte die Weihnachtsidylle mitsamt seinen Klischees und Mythen. Und so blieb an diesem Kabarettabend keine Illusion entkräftigt und beim Publikum kein Auge trocken.

Mehr könnten die Kommpostler über Gabi Lodermeiers Lampenfieber, ihrer gewissen Gereiztheit vor einem Auftritt erzählen. Doch kaum waren die Scheinwerfer an, Wolfgang Trende und Fritz Wimmer mit ihrer Einstimmungs-Doppel-Conference fertig, stand die "echte" Lodermeier auf der Postbühne - was heißt stand!

Gabi Lodermeier saß, lag (auf Floris Wohnzimmersessel aus den 50er Jahren), tanzte, schimpfte, keifte, belehrte, zog Grimassen, und, und, und - zur Freude der Zuschauer!

"Der Alkohol ist keine Lösung", dies erkannte bereits Harald Juhnke. Doch wenn "der Rausch auspackt" - so wie es der Kabarettpreisträger Helmut Schleich am 2. Oktober auf der Kommpostlerbühne tat - dann bekommt das Thema Qualität.

Ein Abend, der Zuschauer und Künstler gleichermaßen forderte! Fazit: So einen schauspielernden Kabarettisten hatten wir noch nie!


Am 13. November präsentierte die Gruppe "Mistcapala" zwar kein "Schenkelklopfer- Programm", jedoch tiefsinnige Texte, zeitkritisch, auf humorvolle und beste musikalische Art. Die "mistcapala", also die Mistgabel, war im Mittelalter Synonym für Kritik an der Obrigkeit.

Und genau die wurde im Postsaal durch die vier hervorragenden Künstler mit leisen Tönen sehr deutlich an den scheinbar Mächtigen der Jetztzeit geübt. Nicht die Schwachen bloßstellen, sondern in der Kunstform Kabarett (Satire) offenlegen, darum geht's. Denk mal an!