1997 - Auszeit für den Zeitgeist

Am 9. April 1997 betrat Volker Pispers die Bühne im Postsaal, servierte politisches Kabarett vom Feinsten, zog das Publikum mit seinem gesellschaftlichen und politischen Rundumschlag in seinen Bann, um schließlich nach der bei den Kommpostlern üblichen Danksagung und Präsentübergabe unter großem Beifall die Bühne wieder zu verlassen.

Das Kabarett, auch die Kleinkunstbühne in Frontenhausen, ist so eine Art moderner Ablasshandel geworden. Von lauter engagierten Gesellschaftskritikern umgeben lässt man sich die Kritik am eigenen Lebenswandel ebenso folglos um die Ohren schlagen wie beispielsweise in der Kirche. Die knallharten, zielgenauen Pointen werden in den schwarzen Stühlen, z. T. mit weichen Kissen, aufgefangen und ein eventuell im Halse steckengebliebenes Lachen in der Pause mit der "Vilslaus" runtergespült. "Ach, der Pispers, der ist ein Spitzen-Lästerer, das hat gut getan!" So oder ähnlich war das Feedback für das Gastspiel des "shooting-stars" der Kabarettszene.


Mit der Veranstaltung "Kabarett im Zweierpack" trafen die Kommpostler voll den Geschmack des Publikums. Michi Altinger, der für den schwer verunglückten Konrad Ritzinger einsprang, befasste sich mit dem ganz alltäglichen Wahnsinn. Mit äußerst komischen Passagen, in denen er psychologisch-analytische Portraits seiner Freunde und Nachbarn oder seiner eigenen Person auf die Bühne brachte oder Anleitungen zur Aggressionsbewältigung gab.



Den 2. Teil des Abends gestaltete die Couplet AG: mal bissig-hintergründig, mal mit einer gehörigen Portion Lust am puren Jux präsentierten die 4 Akteure gekonnt so manches bayerische (Miss-) Verhältnis. Jede Menge Spaß bereitete dieser "Doppelpack" der Kommpostler, ausgelassene Stimmung machte sich im Frontenhausener Postsaal breit.